Übersicht HUTMANSCHETTEN

Beschreibung

Hutmanschetten werden zur Abdichtung von hin- und hergehenden Stangen vorzugsweise in der Pneumatik und Niederdruckhydraulik eingesetzt. Bei der Abdichtung sich drehender Wellen und bei der Abdichtung axialer Bewegungen in der Pneumatik, sollten nur Hutmanschetten mit einer Feder eingesetzt werden.

Normalerweise erfolgt der Einsatz nur bei Hubbewegungen. Sie können jedoch auch bei Drehbewegungen eingesetzt werden, wenn z. B. der Druck des abzudichtenden Mediums über dem Druckbereich eines Standard Radial-Wellendichtringes liegt.

Eine Voraussetzung hierfür ist jedoch das die Welle ruhig läuft und die Hutmanschette ausreichend zentriert ist.

HM (680)
HMF (681)

Die Übergangsform der Manschette vom Boden zur Dichtlippe kann je nach Abmessung und Bauart scharfkantig oder gerundet sein.

Der abzudichtende Druck sollte im Normalfall einen Wert zwischen 35 und 40 bar (3,5 und 4,0 MPa) nicht überschreiten und ist auch nur ein unverbindlicher Richtwert.

Abhängig von den an der Abdichtstelle herrschenden Betriebsverhältnissen, kann der mögliche Druck deutlich nach oben oder unten hin abweichen.

Neben der Art des Mediums sowie der Temperatur, spielen auch die Geschwindigkeit der hin- und hergehenden Stange, deren Bearbeitungszustand, die Größe des Hubes und auch die Betriebsart (nur zeitweise oder ununterbrochen) eine wesentliche Rolle.

Kleinere Manschetten sind generell höher belastbar, als gleichstarke große Manschetten. Langsam laufende Stangen oder Plunger mit einem kleinen Hub können im Falle einer guten Schmierung auch noch bei hohen Drücken (bis ca. 60 bar) mit Topfmanschetten abgedichtet werden, wenn die Bodenstärke der Manschette ausreichend dimensioniert ist. Hingegen ist bei schnell laufenden Manschetten bereits ab 20 bar Vorsicht geboten.

Einsatzbedingungen für Hutmanschetten aus NBR 90:

Druck < 40 bar / 4 MPa Bei drehenden Wellen < 6 bar /0,6 MPa
Temperatur – 30 bis + 100 Grad C
Gleitgeschwindigkeit bis 0,5 m / s
Medien Mineralöle, Wasser, Druckluft und Wasser-Öl-Emulsionen
Einbauraum, Bauform HM
Profil, Bauform HM
Einbauraum, Bauform HMF
Profil, Bauform HMF

Bei höheren Drücken empfehlen wir den Einsatz von Hutmanschetten aus dem Werkstoff H-PU. Bei einigen der vorhandenen Werkzeuge ist der Flanschteil (Boden) mit mehreren Bohrungen ausgeführt. Bitte geben Sie im Falle einer Bestellung mit an, wenn die Hutmanschetten aus H-PU ohne Bohrungen im Flansch ausgeführt sein sollen.

Einsatzbedingungen für Hutmanschetten aus H-PU85:

Druck < 60 bar / 6 MPa Bei drehenden Wellen nicht geeignet
Temperatur – 30 bis + 80 Grad C
Gleitgeschwindigkeit bis 0,3 m / s
Medien Mineralöle, Wasser, Druckluft und Wasser-Öl-Emulsionen

Montagehinweis
Die maximale Verpressung des Flansches sollte ca. 10 % der Flanschdicke betragen. Eine Anzugsbegrenzung ist vorzusehen. Zur besseren Fixierung und Verbesserung der Dichtwirkung auf der planen Einspannseite, empfehlen wir ein oder zwei Dichtrillen einzudrehen.

Einbau mit Stützring
Bei Druckbelastungen > 10 bar ist der Einbau eines metallischen Stützringes erforderlich. Dieser ist passend zum Profil der Hutmanschette zu erstellen.

Bei Neukonstruktionen empfehlen wir Nutringe für axial bewegte Stangen, bzw. Radial-Wellendichtringe der Bauform ABS für sich drehende Wellen bei druckbelasteten Medien einzusetzen.

Bestellbeispiel:

HM 4 – 11 (4 x 11,5 x 3/2) H-PU (ohne Bohrungen im Flansch)
HMF 16 – 17 (16 x 31,5 x 6,5/2) NBR 90